Vom Grau zum Blau

Sein Ruf als genialer, volksnaher Lyriker und hinreißender Exeget der modernen jüdischen Literatur war Itzig Manger, dem Sohn eines armen Schneiders aus Czernowitz schon 1929 nach Warschau vorausgeeilt. Knapp 10 Jahre lebt er dort in dem Zentrum der jüdischen Kultur. Es war seine fruchtbarste Zeit. 2004 legte die in Tiberias geborene Künstlerin und habilitierte Literaturwissenschaftlerin Efrat Gal-Ed eine reiche Auswahl seiner Gedichte in Übersetzung vor. 1938 wird Manger ausgewiesen, erreicht über Frankreich London und verstummt über lange Jahre. Er beginnt zögernd ab 1950 und findet erst mit seiner Israelreise 1958 aus dem Grau heraus. In Tel Aviv wird er begeistert aufgenommen. Beim Empfang im Theater Ohel-Shem antwortet der Lyriker Abraham Sutzkever auf Mangers Gedichte: «Sei gesegnet, Itzik Manger, du umherschweifender Prinz, dessen blaues Gebet in Erfüllung ging.» Manger wurde zum Gesicht der jiddischen Kultur in Israel. Efrat Gal-Ed: Niemandssprache. Itzik Manger – ein europäischer Dichter. Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main 2016. 784 S., EUR. 44,00. ILI-News, 19.07.2016 (NZZ, Suhrkamp) KR

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: